Schweizerreise

Wieder fuhr ich Zürich Spiez
und schon wieder, spür‘ ich, zieht’s
schlimmer noch in Langnau
da wird’s mir im Gang lau

Aber erst in Schangnau
wenn ich in den Gang schau
fällt mir ein, wie Sachen litten
als wir fuhren: Lachen – Sitten

Dass wir uns im Lesen wiegen
Jetzt, da wir Weesen liegen
wird an unsrem Wesen liegen

Wenn wir aber lesen: Wassen
werden wir gleich Weesen lassen
und uns widmen Wassens Härten
eingedenk des Hassenswerten
tut doch jeder Hirt in Wassen
seine Zimmerwirtin hassen

Wird es indes in Blatten glatt
liegt das an einem glatten Blatt
das Blattner gern beim Jassen wagen
bevor sie wild in Wassen jagen

Wenn wir daselbst die Mäteressen
mit selbigen in Messen messen
die selbst noch während Messen essen
dann wird man noch in Lachen lachen
und sich gewiss in Lausen lausen

Wobei zumeist in Sachen Lausen
wir lieber gleich nach Lachen sausen
Doch sollten wir in Lausen hocken
dann kann uns nur noch Hausen locken

Derweil „Tor“ laut durch Basel gellt
wonach kein Hund in Gasel bellt

Da loben wir uns glatt doch Glatt
das aber liegt an Walenstadt
wo Strombarone stahlen Watt
worauf es prompt an Wärme fehlte
weshalb ich lieber Fermel wählte

Wobei es war in Hilterfingen
wo diese neuen Filter hingen
Doch richtig kräftig hob er Ofen
erst wieder vorn in Oberhofen

Und ja, im viel zu lärmigen
und überloffnen Merligen
da wollten wir am Meer liegen

Da fahr’ich lieber Zürich-Spiez
denn, wie gesagt, da spür’ ich, zieht’s

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Reiselust

Sind schliesslich unsre Truppen greise
Geht’s statt zur Schlacht zur Gruppenreise

Doch wegen alter Wanderkarten
heisst es dann an der Kander warten

Dort mangelts auch an Wander-Katen
Weshalb wir durch die Kander waten

Da schleichen leise Reiter
Heran zum Reiseleiter

Und flüstern voller Reiselust
zum Reiseleiter leise: Rust

Süsses Zeug

An der Kasse im Supermarkt eine Schlange, vor mir eine füllige Frau mit Einkauskorb und Kinderwagen.
Zuoberst auf dem Einkausfkorb eine Tüte voll süsser, pastellfarbiger Schwämme.
Das kleine Mädchen im Kinderwagen kann wahrscheinlich noch nicht sprechen. Aber quengeln schon.
Die Mutter reagiert, reisst noch vor dem Bezahlen die Zuckerzeugtüte auf und gibt ihrem Kind so einen süssen Schwamm.
Sofort wird das Kind still, kaut auf dem Schwamm herum, betatscht ihn von allen Seiten und bohrt mit dem Zeigefinger darin herum.
Plötzlich treffen sich unsere Blicke; das Mädchen erschrickt, lehnt sich in den Kinderwagen zurück und schaut nicht mehr mich an, sondern den Schwamm.
Aber auf einmal sucht es wieder meinen Blick und bietet mir mit einem umwerfenden Lächeln von dem klebrigen Schwamm an.

Ich nehme nichts und grinse nur; also ist das kleine Mädchen da offensichtlich besser sozialisiert als ich.