Berner Oberländer Krimireihe

Vor Jahren schauten wir am TV einen deutschen Krimi: der Bulle von Tölz.
„Das können wir auch“, sagte ich zu Ruth, das Berner Oberland biete jedenfalls mehr als Tölz.
„Dann mach mal“, meinte Ruth, meine Frau und Geliebte.
Der Herbst- und der Frühlingsband einer vorderhand auf vier Bücher angelegten Krimireihe sind fertig, waren hier eine Zeitlang aufgeschaltet und stehen jetzt als elektronische Bücher bereit – das Klicken auf den Titel öffnet den entsprechenden Link.
Ich freue mich über Interesse und Echos, und ich bin dankbar, wenn Ihr es weitersagt.

Was im Sommerband stehen wird, weiss ich schon recht genau, und der Winterband ist in Arbeit – als Appetithäppchen hier das provisorische Cover:

Hoffnungsschlimmer I

Im Supermarkt sind die wiederaufladbaren Batterien schon wieder aus dem Sortiment verschwunden, samt den dazugehörigen Ladegeräten.

Ich beklage mich bei einem Verkäufer, ob ich jetzt allen Ernstes zum dritten Mal innert kurzer Frist ein neues Ladegerät kaufen müsse.

Der Verkäufer beruhigt mich freundlich, gibt mir anstandslos ein neues Ladegerät und meint eher beiläufig: „Das haben wir den verdammten Grünen zu verdanken, die sollte man einzeln an den Bäumen aufknüpfen und dann mit dem Flammenwerfer drüber.“

Schweizerreise

Wieder fuhr ich Zürich Spiez
und schon wieder, spür‘ ich, zieht’s
schlimmer noch in Langnau
da wird’s mir im Gang lau

Aber erst in Schangnau
wenn ich in den Gang schau
fällt mir ein, wie Sachen litten
als wir fuhren: Lachen – Sitten

Dass wir uns im Lesen wiegen
Jetzt, da wir Weesen liegen
wird an unsrem Wesen liegen

Wenn wir aber lesen: Wassen
werden wir gleich Weesen lassen
und uns widmen Wassens Härten
eingedenk des Hassenswerten
tut doch jeder Hirt in Wassen
seine Zimmerwirtin hassen

Wird es indes in Blatten glatt
liegt das an einem glatten Blatt
das Blattner gern beim Jassen wagen
bevor sie wild in Wassen jagen

Wenn wir daselbst die Mäteressen
mit selbigen in Messen messen
die selbst noch während Messen essen
dann wird man noch in Lachen lachen
und sich gewiss in Lausen lausen

Wobei zumeist in Sachen Lausen
wir lieber gleich nach Lachen sausen
Doch sollten wir in Lausen hocken
dann kann uns nur noch Hausen locken

Derweil „Tor“ laut durch Basel gellt
wonach kein Hund in Gasel bellt

Da loben wir uns glatt doch Glatt
das aber liegt an Walenstadt
wo Strombarone stahlen Watt
worauf es prompt an Wärme fehlte
weshalb ich lieber Fermel wählte

Wobei es war in Hilterfingen
wo diese neuen Filter hingen
Doch richtig kräftig hob er Ofen
erst wieder vorn in Oberhofen

Und ja, im viel zu lärmigen
und überloffnen Merligen
da wollten wir am Meer liegen

Da fahr’ich lieber Zürich-Spiez
denn, wie gesagt, da spür’ ich, zieht’s

Wintersonnenwende

Maske für die „Harderpotschete“.

Wintersonnenwende in den Alpen; in den Restaurants sitzen Familien und Freunde bei Festsessen, draussen sind Maskierte und Vermummte unterwegs. Zwei darunter mit grossen braunen Umhängen, zotteligen langen Haaren und furchterregenden Fratzen stürmen in eine Restaurant, um Werbeartikel für ihren Verein zu verkaufen.

Sofort beginnen Kinder zu schreien, die Vermummten nehmen ihre Masken ab, beschämt versucht männiglich, die Kinder zu beruhigen. Das gelingt leidlich, auf leisen Sohlen verlässt die wilde Gruppe das Restaurant wieder.

Der Spuk ist längst vorüber, beruhigendes Plätschern von Gesprächen erfüllt den Raum des Restaurants.

Da betritt eine Dame mittleren Alters mit langem, braunem Haar und einem weiten, braunen Mantel das Lokal.

Die Kinder beginnen zu brüllen wie am Spiess, und sie beruhigen sich weder auf das gute Zureden der Dame hin noch des Familientisches, an dem die Kleinkinder sitzen. Erst als die Dame entgeistert das Lokal verlässt, beruhigt sich die Lage.

Das Original der Kurzgeschichte in Adelboden-Deutsch ist auf Facebook publiziert.