Hoffnungsschlimmer

Die Mutter tippt auf ihrem Smartphone herum und antwortet zwischendurch, ohne den Blick vom kleinen Bildschirm zu wenden,  auf die Bemerkungen des etwa Vierjährigen, der neben ihr auf dem Sitz im Bus quengelt.

Im Kinderwagen davor sitzt wohl sein Schwesterchen, ein kaum zweijähriges Mädchen. Es schaut mich an, uns trennen keine zwei Meter und eine dicke Stange, die quer durch den halben Bus läuft. Wenn ich den Kopf leicht hebe, sehe ich die Augen des Mädchens nicht mehr – vice versa.

Ich beginne das alte Spiel, es dauert buchstäblich nur Augenblicke, bis das kleine Mädchen verstanden und gelernt hat.

Wir unterhalten uns eine kleine Ewigkeit aufs Beste, haben Spass und lachen uns lautlos an. Niemand nimmt das wahr – zu schweigen vom Potenzial in den Menschen und dass dieses kleine Mädchen sein offensichtliches Potenzial vielleicht nie ausschöpfen, sondern von seiner Mutter und anderen Bewusstlosen abgelöscht werden wird.

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