Zuvielisation

Der Junge schreibt:

Hey Alter,

Eine Zumutung ist das, eine Frechheit, lieber Vater: die Sauerei, die ihr Alten uns hinterlasst. Seit gut 60 Jahren, seit dem Ende des 2. Weltkriegs habt ihr doch in Ruhe arbeiten können – kein Krieg, keine Hungersnöte, keine Revolutionen. Und was habt ihr getan? Gearbeitet und Wohlstand angehäuft auf Teufel komm raus; ein paar Kinder gezeugt, wenn es zwischen Karriere und Pille passte, und euch einen Dreck darum gekümmert, was draussen vor der Tür abgeht und sein wird eines Tages, wenn die Kinder gross sind und vor die Tür treten müssen.

Es ist soweit, Vater, wir sind gross und stehen draussen. Und sollen jetzt ernsthaft diese Scheisse wegschaffen, die ihr aufgehäuft habt? Höre ich Widerspruch, Vater, ernsthaft?

Wie viele verrecken jeden Tag vor Hunger, während wir Milch wegschütten und im Supermarkt nicht wissen, welchen Honig wählen! Was ist mit den Schuldenbergen, die ihr trotz eurem Wohlstand vor uns aufgetürmt habt? Wie war das mit der Idee, aus aller Welt Öl heranzuschaffen und es in Motoren und Häusern zu verbrennen, um zu heizen und herumzufahren – von eurem lebensgefährlichen Blindflug mit dem Atomkern ganz zu schweigen! Und was ist mit euren Versprechen von Mauern, die fallen, von Freiheit und Demokratie? Zeige mir, Vater, freiheitliche und demokratische Länder! Und zu guter Letzt seid ihr Alten hier immer mehr, werdet immer älter und erwartet von uns wenigen Jungen, dass wir Euch anständig behandeln. Vater, weiss Gott, ich möchte es.

Aber wenn ich darüber nachdenke, kommen mir die Tränen: Denn ich weiss nicht, wie wir diesen Karren aus dem Dreck ziehen sollen.

Dein Junge

Der Alte schreibt:

Hey Junge,

Scham, Wut, Traurigkeit. Das, mein lieber Sohn, habe ich empfunden bei Deinen Angriffen auf uns Alte. Wir hätten euch Jungen einen unglaublichen Berg von Problemen hinterlassen, sagst Du. Ich kann nicht widersprechen: Dass Menschen verhungern, während wir vor übervollen Regalen stehen, schlägt auch mir auf den Magen. Dass wir abhängig sind von Öl und Kernkraft und quasi nur noch die Wahl haben zwischen Klima- und Atomkatastrophe, macht auch mich frösteln. Und dass wir Alten immer mehr und älter werden, während kaum noch Junge nachkommen, lässt mich schaudern.

Junge, verdammt, wir wollten doch nur das Beste für euch! Haben wir nicht den Mördern in ihren braunen und schwarzen Hemden den Garaus gemacht? Haben wir nicht für Frieden gesorgt in Europa, Wohlstand geschaffen für praktisch alle, euch Jungen ein Leben ermöglicht, wie es keine Generation vorher je kannte?

Du wirst nicht widersprechen, mein Junge. Und soll ich Euch den Spiegel vorhalten? Wie ihr gebannt auf Bildschirme starrt und ebenso wenig nach links und rechts schaut wie wir damals, als Kolonialwaren noch exotisch waren statt ökologisch und Autos Träume statt Alpträume. Wir haben geschuftet und etwas aufgebaut hier; ihr aber rührt doch höchstens ein paar Finger auf Tastaturen, sucht euren Spass und Style und geil.

Ich weiss, Junge, das bringt nichts: euch Junge angreifen. Und ich weiss, schönreden und jammern bringts auch nicht. Nur eine Frage: Haben wir heute nicht die Mittel, um die meisten Probleme zu lösen, die sich stellen? Aber, wie schon der olle Erich Kästner sagte: Es gibt nicht Gutes, ausser man tut es.

Dein Alter

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2 Antworten auf „Zuvielisation“

  1. Alss Vater hast Du eine besondere Funktion im Leben Deines Kindes.
    Für Dein Kind bist Du der erste Mann, dem es begegnet, der Held, das Vorbild.

    Was Dein Kind sieht und spürt ist viel mehr, als Du seelbst möglicherweise von Dir und Deinem eigenen System bewusst hast.
    Dein Kind sieht auch Deine unbewussten Emotionen, Deine ungeklärten Themen,
    Deine Blockaden und all das, was Dich ausmacht.

    Ab dem ersten Moment will Dein Kind, dass Du als Vater in Deiner gesamten Kraft uund in Deinem gesamten Sein bist.
    Es tut alles, was es kann, um Dir dabei zu „helfen“.
    So kann es sein, dass es Deine ungelösten Themen, Blockaden, Emotionen, Gewohnheiten einfach in sich aufsaugt, damit Du davon befreit bist.

    Du vermutest sicherlich bereits, was damit passiert.

    Dadurch dass Dein Kind Deine Themen aufgesaugt hat, ist erst einmal nichts
    zum besten geschehen. Im Gegenteil. Nun kämpft das
    System Deines Kindes mit Themen, die möglicherweise viel zu
    groß sind.

    Das kann dazu führen, dass Dein Kind frühzeitig Krankheitssymptome
    zeigt, sehr unruhig ist, unbestimme Ängste entwickelt, sich vom außen abkapselt, aggressiv oder
    sonst wie auffällig ist.

    Das Coaching ist perfekt für Dich und Dein(d) Kind(er), wenn
    Du das Gefühl hast, Du hast keine nährende Beziehung zu Deinem Kind, Deinen Kindern
    Dir Dein Kind manchmal „fremd“ erscheint oder Du manchmal Schwierigkeiten hast, Dein Kind
    in den Arm zu nehmen, ihm Aufmerksamkeit und/oder Liebe zu geben
    Du die Beziehung mit Deinem Kind verbessern, nähren möchtest
    Du manchmal das Gefühl hast, Dein Kind „übernimmt“ Eigenschaften, Gewohnheiten, Muster,
    die Dir oder einem Familienmitglied ähneln
    Du merkst, dass Dein Kind oft wie „ausgeklinkt“ ist oder wenn es zu „Chaos“ neigt
    Dein Kind als „auffällig“ gilt
    Dein Kind Krankheitssymptome zeigt, unaufmerksam ist,
    unruhig ist, häufig zu unkontrollierten Emotionen neigt
    Deinn Kind schlecht lernt, häufig streitet oder mit anderen kämpft
    Du möchtest, dass Dein Kind ganz in seiner eigenen Kraft und Ruhe
    lebt und erlebt
    Du Deinem Kind gönnen willst, dass es sich ganz entfaltet und in der eigenen Balance lebt
    Du Deinem Kind das Leben an sich in der Gesellschaft und mit anderen erleichtern willst
    Du Deinem Kind das beste gönnst uund willst, dass es sein Kind sein leben und erleben kann

    https://wirklichgut.com/vater-kind-coaching

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